Erfahrungsaustausch und Alumni-Netzwerk: Zwei Tage rund um den Academia-Studienaustausch in Mannheim
Wie können die individuellen Erfahrungen der Academia-Studienbesuche im Alltag verankert, mit anderen geteilt und darüber hinaus für die Weiterentwicklung der Berufsberatung in der BA nutzbar gemacht werden? Diesen Fragen widmeten sich die Teilnehmenden in zwei aufeinanderfolgenden Veranstaltungen: dem Academia Erfahrungsworkshop am 24. Juni und dem Academia Alumni-Treffen am 25. Juni 2026 an der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA) in Mannheim.
Erfahrungsworkshop 2026: Reflexion und gemeinsamer Austausch
Den Auftakt bildete am 24. Juni der Erfahrungsworkshop mit 17 Teilnehmenden, die in diesem Jahr jeweils an einem der Academia-Studienaustauschprogramme teilgenommen hatten. Nach einer Begrüßung durch Nathalie Rivault aus dem Bereich Internationales der Zentrale und einer gemeinsamen Kennenlernrunde stand der Austausch in drei Kleingruppen zu unterschiedlichen Schwerpunkten im Mittelpunkt:
- den persönlichen Erkenntnissen aus dem Studienaustausch,
- dem persönlichen und beruflichen Nutzen der Erfahrung sowie
- der Frage, was aus der Academia-Erfahrung in die eigene Beratungspraxis übertragen und an andere weitergegeben werden kann.
Die Ergebnisse der Kleingruppen wurden abschließend im Plenum präsentiert.
Der Workshop bot Raum, die Erlebnisse mit anderen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, zu reflektieren und die individuellen Lernerfahrungen sichtbar zu machen. Hier sind einige Beispiele:
- Mehrere Teilnehmende betonten, dass sie durch den Austausch eine neue Wertschätzung für ihre Arbeit erhalten haben, zum einen, dass sie sich in Deutschland auf die Berufsberatung konzentrieren können und keine Doppelrolle ausfüllen müssen, zum anderen, dass sie Beratung und Förderung aus einer Hand anbieten können.
- Sich selbst als Lernende in einem neuen Bildungs- und Beratungssystem zu erleben, führte bei einer Teilnehmerin zu mehr Geduld mit ihren Ratsuchenden. Sie verstehe nun besser, wie komplex und herausfordernd es sein kann, sich in einem unbekannten System zurechtzufinden.
- Eine weitere Teilnehmerin war bei ihrem Austausch beeindruckt, dass psychische Belastungen nicht nur als begleitende Faktoren, sondern als fester Bestandteil der Berufsorientierung gesehen werden.
Alumni-Treffen 2026: Ein wachsendes Netzwerk
Am nächsten Tag kamen beim 3. Academia Alumni-Treffen 42 ehemalige und aktuelle Programmteilnehmende zusammen – nahezu doppelt so viele wie beim letzten Treffen 2024.
Ein besonderer Impuls kam in diesem Jahr aus Norwegen: Marianne Almbakk von Euroguidance Norwegen stellte mit dem „Career Guidance Quality Lab" ein digitales Instrument vor, das Berufsberaterinnen und Berufsberater dabei unterstützt, die Qualität ihrer Beratungspraxis weiterzuentwickeln. Der Einblick zeigte, wie innovative Ansätze aus anderen europäischen Ländern neue Perspektiven für die eigene Arbeit eröffnen können.
Nach einer aktivierenden Kennenlernrunde, unter anderem mit einem Bingo, bei dem Teilnehmende andere finden mussten, die z. B. spontan einen Reisetipp geben konnten oder sich noch an einen Aha-Moment aus ihrem Austausch erinnerten, gaben die Euroguidance Koordinatorinnen Elena Manvelian und Sara Koobonye Einblicke in aktuelle Schwerpunkte und Entwicklungen von Euroguidance Deutschland.
Ein zentraler Programmpunkt war der Workshop „Entwicklung von Berufsinformationszentren – auch mit europäischer Perspektive", geleitet von Katja Müller und Kathrin Schönleben, den für die Entwicklung der Berufsinformationszentren zuständigen Kolleginnen der BA-Zentrale. In Kleingruppen brachten die Teilnehmenden ihre internationalen und beruflichen Erfahrungen ein, um gemeinsam über die Bedeutung und Bedarfe der Berufsinformationszentren (BiZ) zu diskutieren und Ideen zu entwickeln, wie europäische und internationale Mobilität in den BiZ sichtbarer gemacht werden kann.
Beide Veranstaltungen machten deutlich, welchen Wert der Austausch innerhalb des Academia-Netzwerks über die eigenen Dienststellen hinweg hat und wie aus individuellen Erfahrungen wertvolle Impulse für die gesamte Berufsberatung entstehen können. Danke an alle Teilnehmenden, die dazu beigetragen haben.